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Arnold Müller in den Medien PDF Imprimir e-mail
26.07.2007

Nachfolgender Artikel erschien heute in der Ausgabe der "Ostfriesen-Zeitung" auf der Sportseite. Nicht nur da erregte unser Kanada-Export einige Aufmerksamkeit, gleichzeitig produzierte der Radiosender NDR 1 einen Bericht über unseren"Jung-Nationalspieler".

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Wenn man zufällig Nationalspieler wird

Von Sebastian Bete

SHUFFLEBOARD Arnold Müller ist Ostfriese, lebt in Kanada und spielt für Deutschland bei der WM.
Der 70-Jährige wuchs in Klein-Remels auf und wanderte vor 48 Jahren nach Brockville aus. Im August streift er sich das schwarz-rot-goldene Trikot über.
Klein-Remels / Brockville - Es ist eine dieser Geschichten, die nur das Leben schreiben kann. Ein absoluter Zufall, in keiner Weise planbar. Vor 48 Jahren wanderte Arnold Müller nach Kanada aus, verließ als 22-Jähriger seine ostfriesische Heimat Klein-Remels. Jetzt streift der Mann im Alter von 70 Jahren das Trikot der deutschen Nationalmannschaft über : als Shuffleboard-Spieler.
Das Telefon knackt. „Yes. Hello“, klingt es dumpf am anderen Ende der Leitung. „Oh, from Deutschland. Hallo“, sagt Arnold Müller. Zwischen ihm im kleinen kanadischen Städtchen Brockville und seiner Heimat liegen rund zehn Flugstunden, mehr als 6000 Kilometer. „Ja, ich bin bei der Shuffleboard-Weltmeisterschaft für Deutschland dabei“, sagt Müller. Und dafür ist sein Nachbar verantwortlich.
„Er kennt sich gut in dem Sport aus und wusste zufällig, dass die Deutschen noch Spieler suchen“, erklärt der 70x15 Jährige und ergänzt: „Ich habe ja noch meine Geburtsurkunde.“ Folglich wurden ein paar E-Mails geschrieben, ein paar Telefonate geführt. Vor drei Wochen reiste Müller dann nach Deutschland, traf sich mit dem Team in Nordhorn : zu einer Vorbesprechung, um sich ein wenig kennen zu lernen, um ein wenig Shuffleboard (siehe Infokasten) zu spielen. Und das kann Müller richtig gut.
„Hier in Kanada ist das ein Volkssport“, sagt er. Ein Freund nahm ihn vor etlichen Jahren zu einem Spiel mit. Und Müller fand Gefallen daran. Er blieb hängen, spielte immer weiter. Zwei Mal pro Woche geht er jetzt zum Training. Jedoch nur, wenn er in Brockville ist. Denn der 70x15 jährige Rentner lebt fünf Monate im Jahr in Florida. „In einem kleinem Sommerhäuschen“, sagt er. Und dort schiebt der gebürtige Ostfriese die Scheiben täglich über den Boden.
Ab und zu kommt er auch noch zurück in seine Heimat, in das 180-Einwohner-Dorf Klein-Remels. „Alle zwei, drei Jahre bin ich zu Familienfesten da“, sagt er. Aber vor 48 Jahren wollte er einfach weg. „Damals war ich jung und hübsch, wollte einmal etwas anderes sehen“, sagt er und lacht. Und das hat er. Er lebt in Kanada und den USA, ist Rentner, verheiratet, hat vier Kinder und streift sich jetzt bald das schwarz-rot-goldene Trikot über. „Die Weltmeisterschaft beginnt am 13. August“, sagt er. Und wie es der Zufall will, muss der 70x15 Jährige dafür noch nicht einmal weit fahren. Er sagt: „Die WM ist in Midland, das liegt im selben Bundesstaat wie meine jetzige Heimat Brockville. Was für ein Zufall.“

 
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